Bei uns heimische Schlangen

29. März 2021
öffentliches Engagement
Nützliche und grundsätzlich harmlose Reptilien

(jf) In diesem Frühjahr möchten wir frühzeitig über die bei uns heimischen Schlangenarten berichten bzw. diese vorstellen.

Hintergrund ist, dass die Feuerwehren immer wieder zu potenziell gefährlichen Tieren alarmiert werden, dann sich aber in den allermeisten Fällen herausstellt, dass sich ein völlig harmloses Tier verirrt hat.

  1. Ringelnatter (Bild 1)

    Eine ungiftige, scheue Schlange, die ausgewachsen eine Länge von 80-140cm erreicht. Charakteristisch sind die beiden gelb eingefärbten und scharf abgegrenzten Halbmonde am Hinterkopf. Durch dieses Merkmal ist die harmlose Natter leicht zu erkennen.

    Da Amphibien die wichtigste Nahrungsgrundlage stellen, sind Ringelnattern oft in deren Nähe zu finden.

    Die Ringelnatter ist in Deutschland besonders geschützt und darf daher nicht belästigt, gefangen oder getötet werden.
     
  2. Schlingnatter (Bild 2)

    Eine ebenfalls ungiftige, kleine, zierliche und scheue Schlange, die in Europa weit verbreitet ist. Sie erreicht eine Gesamtlänge von 60 bis 75 Zentimetern und ein durchschnittliches Gewicht von nur 50 bis 60 Gramm.

    Leider wird sie oft mit der Kreuzotter verwechselt, was auch daran liegt, dass beide Schlangenarten eine ähnliche Verhaltensweise zeigen und sich auch optisch ähnlich sind.

    Für die Schlingnatter charakteristisch ist der herz- oder hufeisenförmige Nackenfleck. Ferner ist die Pupille der Kreuzotter schlitzförmig, die ihrer ungiftigen Verwandten jedoch rund.

    Fühlt sich die Schlingnatter bedroht, rollt sie sich zusammen, richtet ihren Vorderkörper s-förmig auf und beißt sehr schnell, aber folgenlos, zu.
     
  3. Kreuzotter (Bild 3, 4)

    Die Kreuzotter ist neben der Aspisviper, die vom Aussterben bedroht ist und nur im südlichen Schwarzwald vorkommt, die zweite in Deutschland heimische Giftschlange.

    Kreuzottern sind plump wirkende, gedrungene Schlangen und werden als erwachsene Tiere 50 bis 70 cm lang. Sie sind sehr unterschiedlich gefärbt. Das Farbspektrum variiert von braun, grau, rotbraun bis schwarz. Das typische „Zickzackband“ ist das Markenzeichen dieser Schlange, welches bei schwarzen Exemplaren nicht zu erkennen ist. Die Augen der Schlange sind sehr auffällig, die kupferfarbene bis dunkelrote Iris hat eine senkrechte Pupille, was die Kreuzotter klar als Giftschlange ausweist.

    Die mittlere letale Dosis LD50 des Giftes der Kreuzotter liegt bei 6,45mg je kg Körpergewicht bei subkutaner Verabreichung bzw. 0,55mg je kg Körpergewicht in ein Blutgefäß.

    Für einen Menschen mit einem Gewicht von 75 kg bedeutet dies, dass er eine tödliche Dosis bei der Injektion von 483,75 mg respektive 41,25 mg des Giftes erreichen würde, was dem durchschnittlichen Biss von mehr als fünf Kreuzottern entspräche. Daher sind Todesfälle unwahrscheinlich.
     
  4. Blindschleiche (Bild 5)

    Die Blindschleiche ist keine Schlange, sondern eine Echsenart innerhalb der Familie der Schleichen. In Mitteleuropa gehört sie zu den am häufigsten vorkommenden Reptilien. Mit ihrem beinlosen, langgestreckten Körper gleicht sie einer Schlange und wird auch oft für eine solche gehalten. Sie wird 40-45cm lang.

Treffen Sie auf eine Schlange, die deutlich größer als die beschriebenen ist oder beim Aussehen von diesen abweicht, könnte es sich ggf. um ein „entlaufenes“ oder ausgesetztes Tier, evtl. um ein hochgiftiges Exemplar oder eine gefährliche Würgeschlange (Bild 6, Boa Constrictor - tropische Würgeschlage) handeln.

Unternehmen Sie in einem solchen Fall in keinem Fall den Versuch, das Tier einzufangen, töten Sie es aber auch nicht, sondern wählen den Notruf 112!

Bilder: lizenzfrei / pixabay